Genuss und Nachhaltigkeit beim ECKART 2015 im BMW Museum

21.10.2015. München. Das BMW Museum war am Dienstag Schauplatz der großen Gala zur Verleihung des Eckart Witzigmann Preis 2015. Der Jahrhundertkoch ehrte seinen Berufskollegen Massimo Bottura, die Gastronomenfamilie Troigros und den Vater der nordischen Küche, Claus Meyer.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die deutsche Gastronomie der Gegenwart, repräsentiert durch drei ihrer herausragenden Vertreter: Ulrike Thieltges, Klaus Erfort und Melanie Wagner.

Der Internationale Eckart Witzigmann Preis, kurz ECKART, hat sich in zehn Jahren zu einer der bedeutendsten Ehrungen für herausragende Verdienste um Kochkunst und Esskultur entwickelt.

Dr. Friedrich Eichiner, Vorstandsmitglied der BMW AG, Finanzen, und Schirmherr der Veranstaltung unterstrich in seiner Begrüßung den Stellenwert des Preises, darüber hinaus aber auch die Bedeutung der Zusammenarbeit der BMW Group und Eckart Witzigmann. „Als die BMW Group vor vier Jahren beim ECKART eingestiegen ist, war der Oscar der Filmbranche unser leuchtendes Vorbild. Seither ist der Preis internationaler geworden. Er bereitet damit der Esskultur und dem wichtigen Wissen um gesunde Ernährung eine öffentliche Bühne. Stärker als bisher wirbt der ECKART aber auch für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Nahrungsmitteln. Auch bei der BMW Group hat Eckart Witzigmann seine Spuren hinterlassen. Der Anspruch an unsere Betriebsgastronomie ist heute ein ganz anderer. Genuss und gesunde Ernährung haben bei uns klar Vorfahrt.“, so Dr. Eichiner.

Eckart Witzigmann lobte die Preisträger als herausragende Vertreter ihrer Berufe: „Alle Preisträger stehen für eine ganz außerordentliche Qualität. Alle kämpfen auch für Ideen und setzen sie durch. Ich bin froh, dass es solche gastronomischen Leuchttürme gibt.“

Michel und Marie-Pierre Troigros, die stellvertretend für die Gastronomenfamilie Troisgros den ECKART 2015 für Große Kochkunst in Empfang nahmen, wiesen in ihrer Dankesrede auf die Bedeutung gelebter Tradition hin. Bereits seit 1968 hält das Restaurant im „Hotel Moderne“ in Roanne, Frankreich, die höchste Auszeichnung von drei Michelin-Sternen. „Ein Erfolg, der nicht nur von Kochkunst und Kreativität zeugt, sondern auch von großer Disziplin und der Fähigkeit, über Jahrzehnte wirtschaftlich zu handeln“, betonte Eckart Witzigmann in seiner Laudatio.

Massimo Bottura (ECKART 2015 für Innovation) erzählte von seinen ersten beeindruckenden Besuch bei Eckart Witzigmann in München, der sein Verständnis von Kochkunst nachhaltig beeinflusst hat. Mit seinen kreativen und modernen Kompositionen begeistert und polarisiert der Italiener. 2011 erhielt seine „Osteria Francesca“ in Modena, Italien, ihren dritten Michelin-Stern. „Er schafft es, einem Parmesan völlig neue Geschmackserlebnisse zu entlocken, indem er ihn in fünf unterschiedlichen Reifegraden und Texturen serviert“, unterstrich Eckart Witzigmann die Jury-Entscheidung.

Claus Meyer, Begründer der „noma“ in Kopenhagen und Vorreiter der Nordic Cuisine wurde von Eckart Witzigmann und der Jury mit dem ECKART 2015 für Kreative Verantwortung und Genuss ausgezeichnet. In einer inspirierenden Dankesrede zeichnete er seinen kulinarischen Werdegang nach, welcher ihn über Deutschland und Frankreich schließlich zurück nach Dänemark führte, wo er als erfolgreicher Unternehmer mehrere Restaurants und Feinkostmanufakturen führt. Die Jury würdigte vor allem das soziale Engagement mit seiner Stiftung „Melting Pot“, die Menschen in Bolivien hilft sich in der Gastronomie selbstständig zu machen und so Armut mit Genuss bekämpft. Das von der BMW Group zur Verfügung gestellte Preisgeld von 10.000 Euro wird Claus Meyer dafür einsetzen, ein ähnliches Projekt in New York zu starten. Genauer berichten wird er dazu im kommenden Jahr. Ähnlich wie Jon Rose, Preisträger von 2014, der nach einem Jahr über sein Hilfsprojekt in den Philippinen sprach, wo der ehemalige Weltklasse-Surfer mit seiner Organisation Waves 4 Water mit Hilfe des letztjährigen Preisgeldes Taifun-Opfer mit handlichen Wasserfiltern versorgte.

Der ECKART 2015 für Lebenskultur ging in die deutsche Gastronomie. Drei Vertreter durften die begehrten goldenen Löffel mit nach Hause nehmen: Ulrike Thieltges, vom Drei-Sterne-Restaurant „Sonnora“ in der Eifel für höchste Gastgeberkultur; Klaus Erfort für seine raffinierte Kochkultur im Saarbrücker „Gästehaus Erfort“; und die Winzerin und Sommelière Melanie Wagner für ihre „horizonterweiternde“ Interpretation der Weinkultur. „Dieser Preis ist nicht nur für uns eine besondere Ehre“, sagte Wagner, als sie den Preis entgegen nahm, „denn Lebenskultur kann man nur weiter tragen, wenn man viele Unterstützer hat.“

Im Rahmen der Preisverleihung servierte ein prominent besetztes Küchenteam rund um die Köche Kevin Fehling (Hamburg), Fredrik Berselius (New York), Martin Fauster (München), Björn Weissgerber (London), Hans Neuner (Algarve), sowie Michel Roth und Eric Léautey (Paris) den 200 Gästen ein sechsgängiges Galamenü, das mit großem Applaus bedacht wurde. Münchens Barlegende Charles Schumann rundete mit seinen eigens für die Preisträger kreierten Drinks den Abend genussvoll ab.

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