„Heimatfront: Wie der Erste Weltkrieg Bayern verändert“ 13.1.2016

13. Januar 2016
22:00

„Heimatfront: Wie der Erste Weltkrieg Bayern verändert“ am Mittwoch, 13.1.2016, um 22:00 Uhr im Bayerischen Fernsehen

Dokumentation
Produziert: 2014
Netto-Länge: 44 Minuten

Regie:
Andrea Oster
Autor:
Andrea Oster

Als die Münchner am 8. November 1918 erwachen, sehen sie in der ganzen Stadt Plakate: Bayern ist Freistaat! Den Bayern ist buchstäblich über Nacht die Monarchie abhandengekommen. Filmautorin Andrea Oster geht der spannenden Frage nach, wie das geschehen konnte.

Als die Münchner am 8. November 1918 erwachen, ist Bayern Freistaat, die Monarchie über Nacht abgeschafft. Wie es dazu kam, geht die Filmautorin in ihrer Dokumentation nach.

Gerade die Bayern verjagen als erste im Deutschen Reich ihre seit 738 Jahren regierende Dynastie der Wittelsbacher. Der Erste Weltkrieg hatte die Bayern verändert. In öffentlichen und privaten Archiven wird die Autorin fündig. Penibel wurde Buch geführt über das Elend und die Schrecken des Krieges: über Verlustzahlen an der Front, über Zigtausende Verwundete, über die von Bayern zu liefernden Maschinen und Motoren, aber auch über zu lieferndes Getreide und Fleisch. Von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr verschlechterte sich die Versorgungslage, die Lebensbedingungen der „Heimatfront“, wie die Heimat der an der Front kämpfenden Soldaten propagandistisch genannt wurde.

In privaten Tagebüchern und Aufzeichnungen, Feldpostbriefen und Spitzelberichten der bayerischen Polizei liest sich detailliert, wie die Stimmung im Verlauf des Krieges in Bayern kippt. „Was braucht es einen König, wenn er uns nicht schützen kann und den ersehnten Frieden nicht herbeiführen kann?“ Der König und seine Minister wollen die immer lauter werdenden Stimmen nicht hören. Das Bedrohliche der Lage, an der Front wie in der Heimat, sehen sie nicht.
7. November 1918, München, nachmittags: Die Sozialisten und Sozialdemokraten haben gemeinsam zu einer Friedensdemonstration auf der Theresienwiese aufgerufen.

Zehntausende versammeln sich zu Füßen der Bavaria. Sie haben Hunger und sind vor allem kriegsmüde. Redner und Agitatoren mischen sich unter die Menge und verkünden ihre Parolen von Frieden, aber auch von Freiheit und Volksherrschaft. Nach ein paar Stunden löst sich die Versammlung auf. Die Mehrheit zieht in einem langen Zug durch die Innenstadt zum Friedensengel und geht von da friedlich heim. Eine Minderheit der zur Theresienwiese gekommenen, ist jedoch zu allem entschlossen. Sie wollen die Monarchie stürzen.

„Heimatfront: Wie der Erste Weltkrieg Bayern verändert“ am Mittwoch, 13.1.2016, um 22:00 Uhr im Bayerischen Fernsehen

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