„Lebenslinien: Ratz, der Einmischer“ 14.12.2015

14. Dezember 2015
21:00

„Lebenslinien: Ratz, der Einmischer“ am Montag, 14.12.2015, um 21:00 Uhr im Bayerischen Fernsehen

Auf dem Münchner Marienplatz singt Heinz Ratz mit Konstantin Wecker gegen Profiteure und „Weggucker“. Und in deutschen Asylantenheimen spielt er heiße Reggae-, Ska- und Punkklänge mit Flüchtlingen.

Denn heimatlos zu sein, das kennt der Liedermacher als Sohn eines deutschen Arztes und einer Peruanerin nach 50 Umzügen, die ihn von Bonn über Lima nach Buenos Aires, in den Schwarzwald oder nach Saudi-Arabien geführt haben.

Der 47-jährige Heinz Ratz mischt sich ein, denn er ist zutiefst allergisch gegen alles Autoritäre. Schon sein cholerischer Vater legt sich als Arzt laufend mit Vorgesetzten an und wechselt deshalb fast 50 Mal Arbeitsplatz und Wohnort. Sohn Heinz hält es entsprechend in seinem Kampf gegen Lehrer und Erzieher auf keiner Schule, in keinem Internat lange aus.

Und doch fasziniert ihn zunächst die von Gehorsam und Heldenverehrung geprägte Gedankenwelt des strengen Vaters, er verschlingt Bücher über Rommel und Hitlers Feldzüge. Erst in Buenos Aires, das kurz nach dem Ende der Militärjunta in Chaos und Gewaltexzessen versinkt, erkennt Heinz, wie brutal und zynisch dieses Gedankengut ist. Er geht in Bibliotheken und wird durch „Selbstbildung“, wie er es nennt, zu Ratz, dem Einmischer.

Nach dem Bruch mit dem Elternhaus und einem Jahr in Obdachlosigkeit reift der Literat und Musiker Ratz heran, der gesellschaftskritische Texte mit seiner Band „Strom & Wasser“ herausschreit. Er kreiert medienwirksam seinen „moralischen Triathlon“: Ratz läuft, schwimmt und radelt Hunderte von Kilometern in Deutschland zur Unterstützung von Obdachlosen, zur Rettung der Flüsse und gegen das Flüchtlingselend. Und es treibt ihn weiter um.

„Lebenslinien: Ratz, der Einmischer“ am Montag, 14.12.2015, um 21:00 Uhr im Bayerischen Fernsehen

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